Jungtierschau in reduzierter Ausstellerrunde
Veröffentlicht am 09.09.2016 | Autor:
Der rückläufige Trend bei den Ausstellerzahlen konnte auch bei der diesjährigen Jungtierschau der Rassekaninchenzüchter des Kreisverbands Suhl nicht aufgehalten werden.
Rohr
Hatte die offene Jungtierschau der Rassekaninchenzüchter des Kreisverbands Suhl bereits 2015 in Punkto Beteiligung nicht mehr an die vorangegangenen Jahre anknüpfen können, so war bei der Schau 2016 am vergangenen Wochenende in Rohr abermals ein Abbruch zu verzeichnen.
Gründe gibt es verschiedene. So fehlten in den Reihen der Aussteller einige Stammgäste aus benachbarten Orten des Kreisverbands Meiningen, die ihre Tiere kurz nach der Kreisjungtierschau in Utendorf nicht schon wieder dem Ausstellungs-Stress aussetzen wollten.
Auch mögen sich auf Grund der sich in Deutschland ausbreitenden neuen tödlichen Kaninchenkrankheit RHDV-2 Züchter zu einem Teilnahme-Verzicht entschlossen haben.
Nicht zuletzt – und vermutlich hauptsächlich – spiegelte die Anzahl der 105 ausgestellten Tiere (2015: 189; 2014: 233) eine seit längerem bekannte Entwicklung wider:
Die Mitgliederzahlen in den Zuchtvereinen sind – nicht zuletzt aus Altersgründen – stetig rückläufig. Vor diesem Hintergrund sei es erfreulich, dass die ausstellenden Züchter überwiegend (fast 90 Prozent) mit „sehr gut“ bewertete Jungtiere aus dem laufenden Zuchtjahr präsentieren konnten, betonte der 1. Kreisverbands-Vorsitzende und Kreiszuchtleiter Hans-Joachim Wensorra .
Im Namen des Kreisverbands ermunterte Wensorra die Hobbykollegen, alles in ihren Kräften stehende zu tun, dass ein altes Kulturgut nicht verlorengeht, welches die Vorfahren unter teilweise schwierigen Bedingungen zum Teil vor über 100 Jahren aufgebaut und über Jahrzehnte erfolgreich bewahrt haben. Gewiss, Rassekaninchenzucht bedeute ganzjährige Arbeit und Verantwortung. Und leider ließen die Zwänge in der modernen Gesellschaft vielen Interessierten nicht mehr die Muße zur Hobby-Ausübung.
Hauptziel der Jungtierschau war es, eine Vorselektion für nachfolgende Ausstellungen auf größerem Parkett zu treffen. Diesen dürften die beteiligten Züchter angesichts der erreichten Ergebnisse gelassen entgegenblicken können. Grundsätzlich sind sie gut aufgestellt für die kommenden Schauen – unter anderem die Sommerschau des Rassekaninchenzuchtvereins Goldlauter am 10. September und die Kreisschau in Viernau am 19. und 20. November.
Gastgeber der Jungtierschau waren die Mitglieder des Rassekaninchenzuchtvereins T 761 Rohr, welche unter der Federführung von Heidrun Muschka und Hans-Joachim Otto die Ausrichtung der Schau auf dem Vereinsgelände in Rohr übernommen hatten. Die Präsentation der Tiere erfolgte in einem Zelt. Die Züchter und Besucher konnten es sich im Spartenheim und im kleinen Biergarten gemütlich machen.
Dem Kreisverbandsvorsitzenden Hans-Joachim Wensorra war es eine Herzensangelegenheit, den Rohrer Zuchtfreunden für ihre tadellose Organisation und ihre Gastfreundschaft seinen Dank auszusprechen.
Zu den erfolgreichsten Ausstellern zählten Roland Voigt aus Suhl, der das beste weibliche Tier der Ausstellung in seiner Satin Thüringer-Sammlung hatte und einen Ehrenpreis des Landesverbands entgegennehmen konnte sowie die 18-jährige Anne Hiebel aus Suhl mit dem besten Rammler (Lohkaninchen schwarz). Wie Anne Hiebel konnten sich auch Alfred Ortmann (Russen blau-weiß) und die Zuchtgemeinschaft Röder (Castor-Rexe), beide aus Zella-Mehlis, über einen Ehrenpreis des Kreisverbands freuen. Einen Jungzüchter-Ehrenpreis erhielt Philipp Böhme aus Suhl.
Der Höhepunkt im Ehrungs-Reigen war eine Auszeichnung, die der Kreisverbandsvorsitzende Hans-Joachim Wensorra im Auftrag des Landesvorstandes vornahm: Für ihre über 40 Jahre währende Treue zur Rassekaninchenzucht (davon 38 Jahre Vorstandsarbeit) wurde die völlig überraschte Vorsitzende des Rassekaninchenzuchtvereins Rohr, Heidrun Muschka, zum „Ehrenmeister im Landesverband Thüringer Rassekaninchenzüchter“ ernannt.
dgc Meininger Tageblatt 6.9.16